04.03.2021   |   News

New Work Praktiken funktionieren vor allem, wo Mitarbeiter direkt betroffen sind

Die Umsetzung von New Work-Praktiken ist vor allem dort fortgeschritten, wo die Mitarbeiter direkt betroffen sind: bei der flexiblen Gestaltung von Arbeitszeiten. Im Gegensatz dazu bleibt die Veränderung der Organisation an sich nahezu unberührt. Zu dieser zentralen Aussage kommt der Personaldienstleister Hays in Zusammenarbeit mit dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) in seinem zehnten HR-Report, "New Work", zu dem insgesamt 1.046 Fach- und Führungskräfte aus der D-A-CH-Region befragt wurden.

Die Ergebnisse zeigen: Trotz flexible Arbeitszeitpraktiken der Mitarbeiter ändern sich die bestehenden Organisations- und Führungsstrukturen in den Unternehmen nur zögerlich. 59 Prozent der befragten Entscheider geben an, sich im Umgang mit agilen Organisationsformen noch schwerzutun. Ähnlich ist es um die Projektorganisation bestellt. Mehr als die Hälfte der Entscheider haben Probleme bei dem Parallelbetrieb zwischen Projekt und Linie. Dieses Ergebnis überrascht besonders vor dem Hintergrund, da Unternehmen sich bereits seit Jahren zunehmend projektbasiert organisieren.

Besonders widerspenstig gegenüber Veränderungen scheinen die Führungstrukturen zu sein. Gründe dafür könnte die große Zurückhaltung von Führungskräften bei der Partizipation der Mitarbeiter an Entscheidungen (59 Prozent) sowie deren Selbstorganisation (58 Prozent) sein. 65 Prozent der befragten Entscheider begründeten ihre Aussagen damit, dass Mitarbeiter mit eigenen Entscheidungen sowie Selbstorganisation überfordert seien. Demzufolge wundert es nicht, dass 71 Prozent der Befragten angeben, Führungskräfte haben Probleme Macht abzugeben. 66 Prozent von ihnen sprechen sich sogar gegen eine Enthierarchisierung aus.

"Die Studienergebnisse machen klar, wie stark die Sozialisation der Führungskräfte innerhalb von starren hierarchischen Unternehmensstrukturen noch greift. Mehr noch: wie dieser Zustand die Entwicklung von New Work-Arbeitsweisen behindert. Die Fahrt mit angezogener Handbremse erzeugt auf Dauer unnötige Spannungen", so Christoph Niewerth, Vorstand von Hays.