23.04.2020   |   Blog

Corona-Krise: Apple stellt anonymisierte Mobilitätsdaten zur Verfügung

von Michael Braun

Es handelt sich dabei um zusammengefasste Navigationsdaten von Apple Karten zu Mobilitätstrends für Städte, Länder und Regionen. Auf der entsprechenden Webseite kann man nach einzelnen Ländern und Städten suchen und sich die Mobilitätsdaten anzeigen lassen - spannend nicht nur für Statistiker, sondern auch für Unternehmen, die Mobilitäts- und Logistikservices anbieten. Aktuell sind über 60 Länder und Regionen verfügbar. Die Informationen lassen sich auch in CSV-Form für eigene Analysen herunterladen.

Warum macht Apple das? Diese Mobilitätsdaten können Regierungen und Gesundheitsbehörden hilfreiche Erkenntnisse liefern, sagt Apple. Darüber hinaus können sie auch als Grundlage für neue öffentliche Maßnahmen dienen, indem beispielsweise die Veränderung der Zahl der Menschen gezeigt wird, die in ihren Gemeinden Auto fahren, zu Fuß unterwegs sind oder öffentliche Verkehrmittel nutzen.

Die technische Lösung hinter den Services: Das Tool "Karten" bringt die Mobilitätsdaten nicht mit der Apple-ID eines Nutzers in Verbindung und Apple speichert nicht die Orte, an denen ein Nutzer gewesen ist. Auf der Grundlage aggregierter, von Apple Karten gesammelter Daten, zeigt die neue Website vielmehr Trends der Mobilität für größere Städte und 63 Länder und Regionen auf. Die Informationen werden generiert, indem die Anzahl der Anfragen nach Wegbeschreibungen in Apple Karten gezählt wird. Die Datensätze werden dann verglichen und spiegeln somit eine Veränderung der Zahl der Menschen wider, die auf der ganzen Welt mit dem Auto fahren, zu Fuß unterwegs sind oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die Datenverfügbarkeit in einer bestimmten Stadt, einem Land oder einer Region hängt von der Reihe von Faktoren ab, darunter auch von einer Mindestanzahl an Anfragen nach Wegbeschreibungen pro Tag.

Apple hat den Datenschutz von Anfang an in den Kern von Karten integriert. Von Karten gesammelte Daten, wie Suchbegriffe, Navigationsrouten und Verkehrsinformationen, werden mit zufälligen, rotierenden Kennungen verknüpft, die ständig zurückgesetzt werden. Karten kann dadurch - bei gleichzeitigem Schutz der Privatsphäre des Nutzers - entsprechende Erlebnisse bieten.

Andere Dienstleister ziehen nach: In den vergangenen Wochen haben bereits Mobilfunk-Anbieter eigene anonymisierte Daten zu Bewegungsmustern von Handy-Nutzern an das Robert-Koch-Institut zur weiteren Analyse übergeben Teralytics wertet Daten von Mobilfunkanbietern anonymisiert aus und setzt sie in Relation - so lassen sich Veränderungen von Mobilität in ausgewählten Räumen feststellen. Und auch Google veröffentlicht Mobilitätstrends aus anonymisierten Daten von Nutzern, die ihre Aufenthaltsorte in ihren Google-Profilen aufzeichnen lassen. Google geht davon aus, dass mit der Zeit die Daten auf tiefere Datenebenen heruntergebrochen werden können, also auch auf Landkreise, Städte und ggf. sogar größere Stadtteile.

Spannend ist auch eine Kooperation, die Apple und Google an Ostern bekanntgegeben haben: Normalerweise konkurrieren die beiden Tech-Riesen ja erbittert um jeden Kunden, doch die Pandemie bringt die Dienstleister und Betreiber der mobilen Betriebssysteme iOS und Android projektweise zusammen. Mittels Bluetooth-Funktechnik sollen Kontaktpersonen von Corona-Infizierten ermittelt werden können, ohne die Identität der Beteiligten zu offenbaren - unabhängig vom Betriebssystem, das auf dem Device läuft. Das Ziel: Mit der neuen Technologie sollen Corona-Infektionen früh erkannt werden. Man darf gespannt sein, zu welchen Kooperationen, Projekten und Innovationen es noch kommen wird.

Weiter Informationen zu den Mobilitätstrends in der COVID-19-Pandemie