Sie kennen das Spiel: Beim Domino genügt ein Stoß – und die Reihe fällt. Polykrisen, Cyberangriffe, fragile Lieferketten und geopolitische Spannungen wirken heute ähnlich: Ein Impuls reicht, um ganze Wertschöpfungsketten ins Wanken zu bringen. Die Frage ist daher nicht mehr, ob Unsicherheit kommt – sondern wie resilient euer Unternehmen wirklich ist.
Da kommt unsere aktuelle KVD Resilienz-Studie mit Roland Berger wie gerufen, denn sie zeigt deutlich: 64 Prozent der Unternehmen sehen ihr Servicegeschäft als zentralen Treiber der Unternehmensresilienz. Gleichzeitig bewerten viele ihre eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber Risiken wie Cyberangriffen, Lieferengpässen oder geopolitischen Verwerfungen nur als moderat oder niedrig. Genau hier liegt die strategische Lücke – und genau hier setzt der technische Service an.
Predicitve-Ansätze statt reaktivem Service
Noch dominieren vielerorts reaktive Leistungen wie Reparaturen, Ersatzteile und klassische Wartung. Doch echte Resilienz entsteht durch wiederkehrende Erlösmodelle und Serviceverträge, digitale und datenbasierte Services, KI-gestützte Analysen und Predictive-Ansätze sowie durch regionale Diversifizierung im Sinne von „local for local“. Entscheidend ist eine Servicestrategie, die klar mit der Unternehmensstrategie verzahnt ist. Denn Service ist nah am Kunden, nah am installierten Bestand und nah an den realen Risiken im Feld. Damit wird er zum Stabilitätsanker in volatilen Zeiten.
Wie wichtig strategische Krisenfestigkeit ist, unterstreicht auch ein gemeinsamer Bericht von McKinsey und dem World Economic Forum: 84 Prozent der Führungskräfte fühlen sich für kommende Unsicherheiten nicht ausreichend gewappnet. Gleichzeitig messen rund vier von zehn Unternehmen ihre Resilienz überhaupt nicht systematisch. Wer Risiken nicht datenbasiert erfasst, kann sie weder steuern noch abfedern.
TOP 100 der krisenfesten Unternehmen
Dass Resilienz jedoch messbar und gestaltbar ist, zeigt das aktuelle Ranking „Krisensicherste Unternehmen 2025“, erstellt vom SZ Institut in Kooperation mit Creditreform. In einem mehrstufigen Verfahren wurden über 100.000 Unternehmen analysiert – anhand von Bonität, Eigenkapitalquote, Liquidität, Rentabilität, Zahlungsverhalten und Auftragslage. Am Ende blieben 536 besonders stabile Unternehmen übrig, die sowohl finanzielle Leistungsfähigkeit als auch strukturelle Widerstandskraft belegen.
Die Top 5 des Jahres 2025 sind die Bürener Maschinenfabrik GmbH, die BERDING BETON GmbH, die Steiner-Optik GmbH, die KAESER KOMPRESSOREN SE und die August Mink GmbH & Co. KG. Auffällig: Drei der fünf bestplatzierten Unternehmen stammen aus dem Maschinenbau. Es sind Branchen, in denen der technische Service traditionell eine zentrale Rolle spielt – mit installierter Basis, langfristigen Kundenbeziehungen und wachsendem Anteil wiederkehrender Erlöse.
Unternehmen wie KAESER KOMPRESSOREN zeigen seit Jahren, wie datenbasierte Services, weltweite Serviceorganisationen und konsequente Kundennähe zur Stabilität des Geschäftsmodells beitragen. Resilienz speist sich hier nicht allein aus einer soliden Bilanz, sondern aus einem Serviceverständnis, das Verfügbarkeit, Effizienz und Partnerschaft in den Mittelpunkt stellt. Auch bemerkenswert: Durch den Einsatz digitaler Technologien und der intelligenten Verknüpfung von Energieströmen in den Fertigungsprozessen ist KAESER heute Vorreiter in Sachen Energie- und Ressourceneffizienz.
Ebenfalls ein gutes Beispiel aus den TOP 15: die Würth-Gruppe. Sie hat drei Transformationsfelder für ihren Transformationsprozess hin zur zirkulären Wirtschaft definiert: Klima, Stoffkreisläufe und soziale Standards. In der Circular Economy sieht die Unternehmensgruppe den Schlüssel für ein nachhaltiges Wachstum und das Potenzial, wirtschaftliches Wachstum, Wohlstand, Arbeitsplätze und Resilienz zu steigern und gleichzeitig Treibhausgasemissionen, Abfall und Umweltverschmutzung weltweit zu reduzieren. Aus diesem Grund ist Nachhaltigkeit in der Würth-Gruppe auf Managementebene verankert.
Das betrifft damit auch den Service. Für Service-Manager, Service-Leiter und Geschäftsführer bedeutet das: Resilienz durch Service ist kein Nice-to-have. Es ist ein strategischer Handlungsauftrag. Wer jetzt in digitale Services, KI-gestützte Analytik, robuste Serviceprozesse und eine resiliente Servicekultur investiert, stärkt nicht nur einzelne Abläufe, sondern das gesamte Geschäftsmodell.
Die krisensichersten Unternehmen 2025 machen es vor. Ihre finanzielle Stabilität ist das sichtbare Ergebnis – ihr technischer Service ist oft der unsichtbare Motor dahinter.
Alexandra Engeln, verantwortlich für Marketing & Kommunikation