Automatisiertes Fahren in der Schweiz

Das Steuer aus der Hand geben?

Fabienne Perret

"Automatisiertes Fahren in der Schweiz: Das Steuer aus der Hand geben?" - sollte ein Fachbuch nicht Antworten geben, statt Fragen zu stellen? Dass diese Frage aber Sinn ergibt, um sich das Thema "Automatisiertes Fahren" zu erschließen, wird dem Leser des vdf-Fachbuchs schnell klar. Denn: Tatsächlich gibt es ja auch noch viele Fragen rund um dieses komplexe Thema, und die Autoren nähern sich dem Thema über eben diese, aber auch weitere Fragen. Das macht die Auseinandersetzung mit dem Komplex so spannend. Denn das automatisierte Fahren hat das Potenzial, unsere Mobilität grundlegend zu verändern. Selbstfahrende Fahrzeuge könnten die Verkehrssicherheit erhöhen und Betagten, Kindern oder Menschen mit Behinderungen zu mehr Mobilität verhelfen. Leerfahrten und die Nutzung der Reisezeit für andere Aktivitäten könnten jedoch auch zu Mehrverkehr führen und die Zersiedlung verstärken. Automatisiertes Fahren könnte den öffentlichen Verkeht infrage stellen, aber auch neue innovative Mobilitätsangebote ermöglichen.

Aktuell werden diese Themen noch vielfach national gesehen, doch es ist klar, dass es irgendwann auch einen europäischen, kontinentalen Ansatz geben muss. Hier geht es um die Schweiz: Die Rolle und Bedeutung selbstfahrender Fahrzeuge dort bestimmen künftig die politisch gesetzten Leitplanken. Gesellschaft und Politik müssen die Rolle des Staats definieren und klären, wie sich die öffentliche Hand und private Unternehmen die neuen Aufgaben teilen sollen. Neben technologischen Fragen ergeben sich für das Autorenteam zudem zahlreiche Fragen zu Wirtschaft, Recht, Politik, Gesellschaft und Ethik.

Diese hier vorliegende transdisziplinäre Technologiefolgenabschätzung ermöglicht eine Auslegeordnung, auf deren Basis die Chancen und Risiken selbstfahrender Fahrzeuge gesellschaftlich und politisch diskutiert werden können. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen formuliert, um das Steuer aktiv in die gewünschte Richtung zu lenken. Eine zentrale Erkenntnis: Die am häufigsten dokumentierten und auch in den Diskussionen erwähnten Chencen liegen in der Vereinfachung der Mobilität. Zudem kann die Reisezeit für andere Tätigkeiten genutzt werden, wodurch die Reisekosten sinken und auch längere Wege, v.a. zum Pendeln, attraktiv werden. Dadruch wird die Erreichbarkeit von periphereren Regionen steigen. Auch für den Güterverkehrt eröffnen sich Potenziale: Denkbar sind gänzlich neue Konzepte einer effizienteren und damit auch wirtschaftlicheren Logistik. In dem Buch wird das toll aufgearbeitet durch Handlungsempfehlungen und Factssheets, die bestimmt ein Drittel des Buchs ausmachen. Hier werden alle Aspekte systematisch herausgearbeitet und dargestellt - ein echter Mehrwert für alle, die sich mit autonomen oder automatisierten Fahren beschäftigen oder die daran interessiert sind, digitale Lösungen und neue Geschäftsmodelle rund um diese Thematik zu entwickeln.

ISBN 978-3-7281-3996-2, 328 Seiten, kostenloser Download

Cover von Automatisiertes Fahren in der Schweiz