Selbstkritik macht stark

Matthias Nöllke

Selbstkritik – fällt nicht jedem leicht. Der Balanceakt ist nicht leicht, wie Autor Matthias Nöllke in seinem Buch „Selbstkritik macht stark“ überzeugend argumentiert: Selbstüberschätzung und Blindheit für die eigenen Schwächen gefährden über kurz oder lang den eigenen Erfolg, erläutert er. Er argumentiert: Auch für diejenigen, die einem selbstherrlichen Alphatier folgen müssen, ist das selten ein Vergnügen. Vielmehr ist es seiner Ansicht nach eine Bedrohung. Die logische Konsequenz: Selbstkritik muss sein. Selbstkritik soll die erste Voraussetzung sein, um sich zu verbessern, wie Nöllke formuliert: Sie ermutigt uns, es noch einmal zu versuchen. Sie schwächt uns nicht, sondern sie lässt uns überhaupt erst stark werden. Denn echte Stärke kann nur entstehen, wenn man sich darum kümmert, was (noch) nicht so gut läuft. Tatsächlich zeichnen sich viele, die Außerordentliches leisten, dadurch aus: Dass sie besonders selbstkritisch sind, ihr Handeln stärker hinterfragen als andere und einen klaren Blick dafür haben, was (noch) nicht gut gelaufen ist.

Selbstkritik macht aber auch den Umgang mit unseren Mitmenschen angenehmer. Wer sich gegenüber anderen selbstkritisch zeigt, gewinnt weit eher ihr Vertrauen und verschafft sich Respekt. Sind wir bereit, unsere eigene Position in Frage zu stellen, öffnet sich auch die Gegenseite. Wir kommen sehr viel besser miteinander ins Gespräch und finden sehr viel leichter eine Einigung.

Allerdings gibt es auch Gefahren: Selbstkritik kann zur Masche werden oder zur bloßen Pflichtübung. Überzogene Selbstkritik schadet uns ebenso wie das Kokettieren mit den eigenen Schwächen. Und schließlich dürfen wir uns mit allzu freimütiger Selbstkritik gegenüber anderen auch nicht angreifbar machen. Selbstkritik stärkt einen eben nur dann, wenn sie richtig gemacht wird. Wie das geschieht, davon handelt dieses Buch. Es ist ein Plädoyer für mehr Selbstkritik bei denen, die Verantwortung tragen. Und es ist ein Balanceakt, wie gesagt. Matthias Nöllke hilft dem Leser dabei, hier nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Cover von Selbstkritik macht stark