04.06.2020   |   News

Empowerment in der digitalen Arbeitswelt

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend. Welche Rolle der Mensch hier künftig einnehmen wird, ist allerdings offen. Wachsen Freiheitsgrade, Autonomie, Selbstbestimmung und Entfaltungsmöglichkeiten? Oder schränken die zunehmende Transparenz durch Daten und neue Kontrollmöglichkeiten die Handlungsspielräume von Beschäftigten ein? Das BMBF-Verbundprojekt "Empowerment in der digitalen Arbeitswelt" (EdA) geht diesen Fragen nach und entwickelt Konzepte für ein Empowerment der Menschen in der digitalen Arbeitswelt.

"Wenn wir die digitale Transformation der Arbeitswelt erfolgreich und nachhaltig gestalten wollen, müssen wir die Menschen dazu befähigen, die Chancen, welche die Digitalisierung für eine neue Humanisierung der Arbeitswelt bietet, zu nutzen", betonen die Verbundkoordinatoren Thomas Lühr und Katrin Gül. Ein zentraler Ansatz ist hierbei das Empowerment der Menschen in der digitalen Arbeitswelt. Die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und Interessenvertretung begreifen es als ein gelingendes Wechselspiel: zwischen der Bereitschaft der Menschen, sich eigenverantwortlich und selbstorganisiert einzubringen, und den Rahmenbedingungen, die Unternehmen bereitstellen, um dieses Engagement zu ermöglichen und zu unterstützen.

Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e. V. (ISF München) und unter Beteiligung der Universität Kassel, des Betriebsrats der AUDI AG Ingolstadt, der andrena objects ag und der IG Metall analysiert der Verbund den digitalen Umbruch der Arbeitswelt: "Wir wollen diesen Umbruch in seiner ganzen Komplexität vermessen und die Potenziale und Chancen aufzeigen, welche die Digitalisierung für eine menschengerechte Arbeitswelt bietet", erklärt ISF-Wissenschaftlerin Katrin Gül.

Hierfür nehmen die Forschungs- und Praxispartner sieben zentrale Gestaltungsfelder in den Blick. In diesen Gestaltungsfeldern werden die Weichen für die Arbeitswelt von morgen gestellt und zugleich öffnen sich hier neue Möglichkeiten für das Empowerment. Im Einzelnen beleuchtet das Projekt die Themen "Agile Organisationskonzepte", "Führung in der digitalen Arbeitswelt", "Gesundheit & Nachhaltigkeit", "Crowd Work", "Zeitsouveränität", "Agile Softwareentwicklung" sowie "Partizipation & Mitbestimmung". Ziel ist es, hier Good Practices und Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Gestaltung zu identifizieren und auf dieser Basis praxistaugliche Empowerment-Konzepte zu entwickeln.

Ein im Rahmen des Projektes entwickeltes Tool als Basis für eine zielgerichtete und nachhaltige Förderung von Empowerment ist der Empowerment-Index. Das Tool ist ganzheitlich konzipiert und bildet die verschiedenen Handlungsfelder ab, in denen Empowerment stattfinden kann. Das neue Instrument ist zudem eingebettet in eine Theorie des digitalen Umbruchs und bezieht Aspekte wie Führung sowie Demokratie und Mitbestimmung mit ein. Es steht Unternehmen zur Verfügung, um mit den Beschäftigten und der Interessenvertretung Stärken, Schwächen und Bedarfe zu analysieren. Mehr zum Index und wie man ihn anwenden kann, steht auf der Projektseite unter www.eda-projekt.de.