12.02.2020   |   News

Umfrage: Deutschland profitiert von EU-Mitgliedschaft in Sachen Digitalisierung

Von dem positiven Einfluss der Europäischen Union auf die digitale Entwicklung des eigenen Landes sind laut einer Befragung des Ipsos Instituts im Auftrag des Vodafone Instituts mehr als zwei Drittel der Europäer (68 Prozent) überzeugt. In Deutschland sind 27 Prozent der Meinung, von der EU-Mitgliedschaft „sehr stark“ zu profitieren, 42 Prozent zumindest „ein wenig“.

Besonders gegensätzlich ist das Bild der EU bezüglich der Digitalisierung in Osteuropa. Während in Ungarn und Polen eine große Mehrheit (jeweils 75 Prozent) nationale Vorteile durch die europäische Digitalpolitik und Gesetzgebung erkennt, sind es in der Tschechischen Republik gerade einmal 55 Prozent.

Auf die Frage, welche Herausforderungen in der EU in den nächsten fünf Jahren am ehesten angegangen werden sollten, landet der Klimaschutz mit 46 Prozent europaweit an erster Stelle und rangiert auch in Deutschland an der Spitze (48 Prozent). Handlungsbedarf sehen die EU-Bürger auch bei den Themen Migration (insgesamt 35 Prozent, in Deutschland 30 Prozent) und Armutsbekämpfung (34 Prozent, in Deutschland 41 Prozent).

Zugleich werden Technologien und der digitale Wandel als Schlüssel zur Lösung vieler gesellschaftlicher Herausforderungen betrachtet. Besonders großes Potenzial sehen die befragten Europäer in der Bekämpfung von Krankheiten (87 Prozent), mehr Datensicherheit (86 Prozent) sowie der Sicherung des Wirtschaftswachstums (84 Prozent) und der finanziellen Stabilität (82 Prozent). 79 Prozent sind der Meinung, dass Technologien zum Klimaschutz beitragen können. Auch in Deutschland teilen mehr als drei Viertel (76 Prozent) diese Ansicht.

Trotz dieser Einschätzungen sollten laut der Befragten vorerst andere Themen auf der digitalen Agenda der EU-Politik Priorität haben. Das Internet sicherer zu machen, ist derzeit ihr wichtigstes Anliegen. So solle der Schutz personenbezogener Daten (63 Prozent, in Deutschland 57 Prozent), Cyber-Security (56 Prozent, in Deutschland 48 Prozent) und die Bekämpfung von Hate-Speech sowie Fake-News (51 Prozent, in Deutschland 46 Prozent) im Fokus stehen. Angesichts der Bedeutung des Datenschutzes für die europäischen Verbraucher wundert es kaum, dass die Mehrheit der Befragten (60 Prozent in der gesamten EU, in Deutschland 57 Prozent) gerne die Wahl haben möchte, ob sie bei Online-Diensten mit Geld oder mit persönlichen Daten bezahlt.