19.08.2020   |   News

Wie man seine Organisation nachhaltig aufstellt

Der KVD legt seit vielen Jahren Wert darauf, dass die eigenen Druckerzeugnisse klimaneutral den Weg zu den Empfängern finden. Das betrifft natürlich vor allem die SERVICETODAY selbst, die vier Mal im Jahr erscheint und klimaneutral gedruckt wird. Organisiert wird das von der Druckerei eCO2_print in Dorsten, die seit langer Zeit Partner des KVD ist. Und sie wiederum arbeitet schon seit über zehn Jahren mit natureOffice zusammen. Das Unternehmen versteht sich als Partner in Sachen freiwilliger Kompensationsdienstleistung, sowohl im Druckbereich als auch bei weiteren Produkten. Und: Unternehmen können auch komplett klimaneutral werden - das Konzept kommt von nature Office, wie Sven Boers, Geschäftsführer bei der eCO2_print GmbH & Co. KG und Franziska Niesch, Head of Analytics and Development bei der natureOffice GmbH, erklären. 

Der erste Gedanke wächst mitunter ganz schnell bei Unternehmen und Organisationen: "Lass uns mal schauen, dass unsere Organisation klimaneutral wird." Aber was heißt das eigentlich? Was muss man dafür tun? "Zunächst einmal muss man sich selbst betrachten und eine Bilanz des eigenen Unternehmens aufstellen", sagt Franziska Niesch von natureOffice. "Wo finden sich Emissionsquellen? Welche Klimaauswirkungen haben die eigenen Produkte und Dienstleistungen?" natureOffice bietet Unternehmen da vielfältige Möglichkeiten, klimaneutral zu agieren, von der klimaneutralen Website über klimaneutrale Mobilität bis zur klimaneutralen Service-Organisation. An dieser Stelle müsse aber in den Unternehmen ein Bewusstsein entstehen, und zwar bezogen auf alle Bereiche des Unternehmens. Man kann sich natürlich die eigene CO2-Bilanz ausrechnen lassen und Zertifikate kaufen. Das ist aber nicht der eigentliche nachhaltige Ansatz. "Das eigene Handeln hat ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen, und wer in diesem Sinne nachhaltig handeln möchte, sollte sich eher Gedanken machen, wie er sozial aktiv werden oder Emissionen direkt vermeiden kann."

Wer schnell handlungsfähig sein möchte, kann unabhängig davon in einem ersten Schritt diesen Weg über Zertifikate gehen. Das geht bei natureOffice ganz einfach: Emissionsmenge in Tonnen eingeben, Klimaschutzprojekt auswählen, Kostenaufstellung akzeptieren und bezahlen. natureOffice geht aber noch einen Schritt weiter: "Wir verbinden Klimaschutz mit sozialem Engagement, deswegen kann man verschiedene soziale Projekte auswählen und zur eigentlichen Kompensation hinzufügen", erklärt sie. Seit 2007 ist natureOffice auf diesem Gebiet aktiv, zwei Jahre später wurde die Idee konkretisiert, statt des Zertifikatseinkaufs auf eigene Projekte zu setzen. Das überzeugt auch Unternehmen: "Unsere Kunden möchten wissen, was mit ihrem Geld passiert, und das lässt sich niergendwo leichter aufzeigen als bei eigenen Projekten", sagt Franziska Niesch.

natureOffice hat ein Projekt in Paraguay etabliert, dazu im afrikanischen Togo. "Wer noch kein eigenes Projekt konzipiert hat, muss sich vorbereiten. Das ist nicht ganz so einfach", sagt sie. "Auch Afrika muss man erst einmal lernen", fügt sie an. natureOffice hat einen Verein gegründet und ist mit eigenen Mitarbeitern vor Ort aktiv. Das Projekt ist etabliert, es geht familiär zu. Die lokale Verwaltung unterstützt das Projekt, der Präsident Togos ist Schirmherr.

Mittlerweile findet auch ein reger Austausch zwischen Togo und Deutschland statt. Studierende machen Praktika vor Ort, die Bevölkerung wird einbezogen, bekommt Verantwortung, wird zum Beispiel Träger und Besitzer des Waldes, der zum Projekt gehört.

Seit 2009 ist auch die Dorstener Druckerei eCO_print Partner von natureOffice. "Wir haben uns damals auf das Thema Nachhaltigkeit im Druckbereich fokussiert", erklärt Geschäftsführer Sven Boers. Das betrifft aber nicht nur die Druckprodukte selbst, die das Unternehmen anbietet, sondern den gesamten Betrieb. "Wir haben uns gefragt, wo überall Emissionen entstehen: Im Büro, bei Lacken, beim Papiereinsatz und beim Transport, aber auch bei jedem Arbeitsschritt." Ziel war es, so wenig wie möglich kompensieren zu müssen und stattdessen so viel wie möglich im Vorfeld zu reduzieren. eCO2_print stieg auf Ökostrom um, senkte den Energieverbrauch im Betrieb, stellte die Druckplattenproduktion von der Chemieplatte auf eine chemiearme Form um. "Dazu kommen ein geringerer Wasserverbrauch und keine beheizten Entwicklerbäder. Die SERVICETODAY drucken wir nicth mit mineralölhaltigen Farben, sondern mit Farben, die auf pflanzlichen Stoffen basieren."