Service macht Unternehmen krisenfest –
Neue KVD Studie mit Roland Berger
Krisen überlagern sich, Märkte bleiben volatil – und der Service rückt ins Zentrum strategischer Überlegungen. Eine neue Studie von KVD und Roland Berger mit dem Titel „Service als Treiber der Unternehmens-Resilienz“ unter mehr als 70 Führungskräften aus dem Maschinen- und Anlagenbau zeigt: Service kann ein echter Resilienz-Anker sein – wenn er strategisch geführt wird.
Zwei Drittel der Unternehmen sehen ihr Servicegeschäft bereits als stabilisierenden Faktor, vor allem durch Ersatzteile, Wartung, Reparaturen und Retrofits mit wiederkehrenden Umsätzen. Gleichzeitig gelten digitale Services wie Remote Monitoring, Predictive Maintenance oder KI-Anwendungen als zentrale Zukunftshebel.
Doch es bestehen Risiken: hohe regionale Abhängigkeiten, nicht skalierte digitale Angebote, Fachkräftemangel und Cyberbedrohungen. Resilienz entsteht deshalb nur durch ein ganzheitliches Service-Operating-Model – von klarer Strategie und Governance über regionale Hubs bis hin zu Digitalisierung, Standardisierung und integrierten IT-Systemen. Die vollständige Studie erscheint im Frühjahr 2026.
VDI-Studie nennt fünf Resilienzstrategien und -maßnahmen
Der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) hat eine umfassende Studie zur Unternehmensresilienz veröffentlicht. Diese führt als Ergebnis 130 Methoden zusammen, mit denen Unternehmen aus verschiedenen Branchen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Störereignissen stärken können. Laut dieser VDI-Studie von 2025 fokussieren Unternehmen ihre Resilienzstrategien und -maßnahmen in der Praxis vor allem diese Bereiche:
Neben diesen als Kernbereiche zu bezeichnende Hebel identifiziert die Studie des Vereins weitere Faktoren, die unerlässlich sein sollen beim Aufbau von Resilienz. Hierzu zählen die Experten ein umfassendes Risikomanagementsystem, das bei der Entwicklung von Krisenplänen, Notfallmaßnahmen, Kommunikationsstrategien und Wiederanlaufplänen hilft. Außerdem gehören den Ergebnissen nach auch ein effektives Wissensmanagement sowie die umfassende Qualifizierung von Mitarbeitenden dazu. Übrigens: Auch Netzwerke und Kooperationen tragen demnach durch Informations- und Ressourcenaustausch, die Entwicklung gemeinsamer (Branchen-)Lösungen und die Nutzung von Synergien zur Resilienz bei.
Weitereführende Informationen:
Forschungsprojekt zu Resilienz:
Unternehmen gesucht, die gut durch die Pandemie gekommen sind
Was haben produzierende Unternehmen gemeinsam, die vergangene Krisen gut bewältigt haben? Und welche Erfolgsfaktoren lassen daraus für zukünftige Krisen ableiten? Forschende aus Hannover und Stuttgart gehen diesen Fragen gemeinsam nach. Im Forschungsprojekt RESI-GLOBE untersuchen sie die Resilienz kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Dafür suchen sie für eine Befragung nach produzierenden KMU, die gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind.
Wissenschaftler:innen des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH und des IPRI International Performance Research Insitute gGmbH führen in den kommenden Monaten Interviews mit Fach- und Führungskräften produzierender Unternehmen durch, die nach eigener Einschätzung gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Gesucht werden Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich um produzierende KMU handelt, also um produzierendes Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden und weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz.
Diese Resilienz-Faktoren validieren die Forschenden anschließend quantitativ – mit einer groß angelegten Umfrage unter produzierenden KMU verschiedenster Größen und Branchen. Das Forschungsprojekt läuft bis 2027 und soll sowohl theoretische als auch praktisch anwendbare Ergebnisse liefern. Fach- und Führungskräfte, die ihre Erfahrungen mit den Forschenden teilen wollen, melden sich bei Antonia Schwich per E-Mail an schwich@iph-hannover.de. Die Interviews werden telefonisch oder per Videokonferenz durchgeführt und nehmen einmalig etwa 90 Minuten in Anspruch.
