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Wie schaffe ich in meiner Service-Organisation ein Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen, sich wertgeschätzt fühlen und wo die Zusammenarbeit von Vertrauen geprägt ist? Das hat viel mit der Unternehmenskultur zu tun. Und ja, es hat auch etwas mit dem klassischen Obstkorb und den kleinen Team-Events nach Feierabend zu tun, aber es ist weitaus mehr. Feelgood-Management ist ein spannendes Feld – und so wichtig für jedes Team und jede Organisation, gerade in einer Zeit, in der Mitarbeiterbindung und -motivation zentrale Themen für Unternehmen geworden sind.

Was fällt einem zuerst ein, wenn man Feelgood-Management hört? Es ist zunächst nicht so richtig greifbar. Auf jeden Fall ist es menschzentriertes Arbeiten, man denkt also Richtung der Menschen in den Unternehmen, fordert sie zur Mitgestaltung auf. Das kann man über ein Umfeld schaffen, in dem alles wirklich umgesetzt werden kann, und in dem Fehler gemacht werden dürfen. Feelgood-Management ist also ein Konzept, das darauf abzielt, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass sich die Mitarbeitenden wohlfühlen, motiviert und engagiert sind. Es geht nicht nur um physische Annehmlichkeiten wie ergonomische Arbeitsplätze oder eine schöne Bürogestaltung, sondern auch um die Schaffung einer positiven Unternehmenskultur. Feelgood-Management schafft einfach Rahmenbedingungen, in denen Verbundenheit und Mitgestaltung wachsen.

Wie drückt sich das in der Organisation aus? Im Fokus steht die Nutzung der Expertise der operativen Ebene: Ein offenes und wertschätzendes Miteinander entsteht, Silo-Denken löst sich auf, die Möglichkeit von Diversity entsteht fast nebenher.

Führungskräfte und Team-Leader haben hier eine besondere Verantwortung – sagt auch Feelgood-Managerin Silke Velten, mit der wir schon ein Interview für die ServiceToday geführt haben. „Wenn Führung nicht in der Lage ist, empathisch zu sein, dann ist das ein Problem der Haltung“, sagt sie, „und je diverser ich bin, desto offener ist mein Mindset. Jedem Unternehmen tut es gut, wenn alle im Unternehmen den Corporate Purpose kennen, idealerweise mit unterschiedlichen Perspektiven auf diesen Purpose.“

Das sehe ich ganz genauso. Bei der Art und Weise der Zusammenarbeit in der Organisation muss man jeden Einzelnen mitnehmen und auf jeden achten. Das gilt übrigens auch im Partnermanagement oder im Zusammenspiel mit externen Dienstleistern, Zulieferern, Kooperationsbetrieben u.v.m.

Das lässt sich systematisch angehen – über Feelgood-Management, egal, ob intern oder extern. Silke Velten sieht sechs Säulen für mehr Team-Spirit, mehr Produktivität und mehr Erfolg.

  1. Warum tun wir das, was wir tun? Es geht um die Entwicklung des schon erwähnten Corporate Purpose und die Entwicklung eines Team-Purpose.
  2. Kommunikation: Implementierung einer offenen und wertschätzenden Kommunikation.
  3. Feedbackkultur: Es geht darum, aufzuzeigen, wie Feedback geben am besten funktioniert.
  4. Fehlerkultur: Die Implementierung einer Fehlerkultur ist elementar.
  5. Arbeitszeitmodelle: Hier geht es um flexibles Arbeiten – an das Leben angepasst.
  6. Mitgestaltung und Mitwirkung: Entwicklung von Empowerment steht hier im Mittelpunkt.

Die Frage ist – wie kann man jetzt in der eigenen Organisation starten? Die Einführung von Feelgood-Management erfordert eine systematische und langfristige Planung. Es sollte nicht als kurzfristiges Projekt, sondern als kontinuierlicher Prozess verstanden werden. Wichtig ist es, regelmäßig Feedback einzuholen und die Maßnahmen an die sich verändernden Bedürfnisse der Mitarbeiter anzupassen; einfach mal machen, Fehler mit einkalkulieren. Es wird nicht sofort alles zu 100 Prozent funktionieren. Man muss sich auch bewusst machen, was man in der Organisation überhaupt als Fehler ansieht, und was diese Fehler für die Organisation für Auswirkungen haben könnten.

Zu Beginn sollte immer eine Ist-Analyse stehen: Was wollen wir behalten, was kann weg? Silke Velten empfiehlt hier, die Weisheit der Vielen zu nutzen und auf das Team zu setzen. Feelgood-Management ist also mehr als nur ein Trend – es ist eine Investition in das wichtigste Kapital eines Unternehmens: seine Mitarbeitenden. Durch eine bewusste und strategische Umsetzung können Unternehmen nicht nur die Zufriedenheit und Motivation ihrer Belegschaft steigern, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. Ein gutes Feelgood-Management führt zu einer höheren Produktivität, geringeren Fehlzeiten und einer stärkeren Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Ein Gewinn für beide Seiten.

Autorin: Alexandra Engeln, Leitung Marketing & Kommunikation