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Wer sich das aktuelle Ranking der wachstumsstärksten Mittelständler 2025 von Munich Strategy genauer ansieht, erkennt schnell: Es geht längst nicht mehr nur um Produktionsstärke oder Effizienzgewinne. Die TOP 100 des deutschen Mittelstands stehen exemplarisch für einen tiefgreifenden Wandel, der sich seit einigen Jahren abzeichnet – und der den technischen Service stärker denn je ins Zentrum unternehmerischen Erfolgs rückt.

Die Zahlen sind wirklich beeindruckend: Ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 16 Prozent bei einer EBIT-Marge von knapp 16 Prozent zeigt, dass diese Unternehmen Wachstum und Profitabilität in bemerkenswerter Weise verbinden. Besonders aufschlussreich ist aus meiner Sicht jedoch weniger das Wachstum selbst, sondern die Art und Weise, wie es zustande kommt. Die hohe Eigenkapitalquote von 58 Prozent verschafft den TOP 100 einen strategischen Handlungsspielraum, den viele Unternehmen aktuell schmerzlich vermissen. Sie können investieren, wo andere bremsen müssen – in Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle, Internationalisierung und vor allem in den Ausbau von Dienstleistungen.

Es kommt auf den Service an

Auffällig ist, dass sich der Mittelstand weiter von der reinen Logik klassischer Produktion entfernt. Technologieunternehmen sowie der Maschinen- und Anlagenbau bleiben zwar stark vertreten, doch immer mehr Unternehmen in den Spitzenrängen wachsen durch softwarebasierte Lösungen, datengetriebene Services und hoch spezialisierte Dienstleistungen. Das ist kein Zufall. Wachstum entsteht dort, wo Innovationskraft, Marktverständnis und strategische Weitsicht zusammenkommen – und genau hier spielt der technische Service eine entscheidende Rolle.

Aus unserer KVD-Sicht bestätigt das Ranking eine Entwicklung, die wir seit Jahren begleiten. Technischer Service ist längst kein nachgelagerter Unterstützungsbereich mehr. In vielen erfolgreichen mittelständischen Unternehmen ist er ein zentraler Hebel für Kundenbindung, Differenzierung und nachhaltiges Wachstum. Serviceorganisationen, die ihre Leistungen konsequent am Kundennutzen ausrichten, digitale Werkzeuge einsetzen und Serviceangebote strategisch weiterentwickeln, schaffen messbaren Mehrwert – für Kunden und für das eigene Geschäftsmodell.

Ein weiterer Punkt, der im Ranking deutlich wird, ist der Bedeutungswandel von Effizienz. Die erfolgreichsten Mittelständler setzen nicht mehr ausschließlich auf Kostenoptimierung, sondern auf Resilienz. Sie diversifizieren Lieferketten, investieren in digitale und KI-gestützte Lösungen und schaffen Strukturen, die Anpassungsfähigkeit ermöglichen. Für den technischen Service bedeutet das: Flexibilität, Qualifikation der Mitarbeitenden und intelligente Serviceprozesse werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.

Internationalisierung – eine Strategie auch für kleine und mittlere Unternehmen

Besonders relevant ist auch der Blick auf die Internationalisierung. Die TOP 100 zeigen, dass gezielte internationale Ausrichtung ein zentraler Wachstumstreiber bleibt. Für Serviceorganisationen eröffnet das neue Chancen, erfordert aber zugleich Professionalität, Standardisierung und Skalierbarkeit im Servicegeschäft. Wer internationale Kunden betreut, muss Service nicht nur technisch exzellent, sondern auch strategisch durchdacht aufstellen.

Mein Fazit aus diesem Ranking ist klar: Der Mittelstand der Zukunft wird nicht durch Produkte oder Maschinen erfolgreich sein, sondern durch die intelligente Verbindung von Technologie, Strategie und Dienstleistungen. Der technische Service entwickelt sich dabei zunehmend zum Rückgrat resilienter Geschäftsmodelle. Unternehmen, die diesen Wandel frühzeitig gestalten, sichern sich nicht nur Wachstum, sondern auch Stabilität in einem zunehmend volatilen Umfeld. Genau hier setzen wir als KVD an – als Plattform für Austausch, Wissen und Weiterentwicklung im technischen Service.

Carsten Neugrodda, KVD Geschäftsführer

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