Zum 1. September 2026 startet beim Service-Verband KVD das Projekt BOOST. In den kommenden zwei Jahren geht es um die zentrale Frage für die Zukunft des technischen Service: Wie können Unternehmen mehr Menschen für Serviceberufe gewinnen und ihnen praxisnahe Entwicklungswege eröffnen?
Der Fachkräftebedarf im technischen Service wächst. Gleichzeitig bleiben Potenziale ungenutzt, weil klassische Zugangs- und Weiterbildungswege nicht für alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen funktionieren. Frauen sind in vielen technischen Serviceberufen weiterhin unterrepräsentiert. Auch Quereinsteigende, Beschäftigte in Teilzeit, junge Menschen oder Menschen mit Migrationserfahrung stoßen auf Hürden, wenn sie sich beruflich in Richtung technischer Service entwickeln möchten.
Hier setzt BOOST an.
Das Projekt entwickelt und erprobt einen modularen, barrierearmen Qualifizierungs- und Gleichstellungsansatz für den technischen Service. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur theoretische Konzepte, sondern Lösungen, die gemeinsam mit Unternehmen und Sozialpartnern entwickelt und in der betrieblichen Praxis erprobt werden.
Weiterbildung muss zur betrieblichen Realität passen
Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen häufig nicht über großer Personalentwicklungsabteilungen oder umfangreiche eigene Weiterbildungsprogramme. Gleichzeitig müssen sie Kompetenzen aufbauen, Beschäftigte weiterentwickeln und neue Fachkräfte gewinnen.
BOOST soll deshalb Lern- und Entwicklungswege schaffen, die sich möglichst unkompliziert in die betriebliche Praxis integrieren lassen.
Geplant sind u.a. kurze und modular einsetzbare Lerneinheiten, ein Kompetenzradar zur Sichtbarmachung von Entwicklungsbedarfen sowie Mentoring Ansätze und praxisnahe Instrumente für Unternehmen. Ergänzend entstehen Leitfäden, Checklisten, Empfehlungen und Praxisbeispiele, die auch über die unmittelbar beteiligten Unternehmen hinaus genutzt werden können.
Damit verfolgt BOOST zwei Perspektiven gleichzeitig: Menschen sollen bessere Möglichkeiten erhalten, sich für Tätigkeiten im technischen Service zu qualifizieren und weiterzuentwickeln. Unternehmen sollen Instrumente bekommen, mit denen sie Fachkräftesicherung und Personalentwicklung systematischer gestalten können.
Unternehmen werden zu Entwicklungspartnern
Entscheidend für BOOST ist die enge Verbindung mit der Servicepraxis.
Teilnehmende Unternehmen können Anforderungen aus ihrem Arbeitsalltag einbringen, Beschäftigte an einzelnen Projektaktivitäten beteiligen und entwickelte Ansätze in ihrem Unternehmen erproben. Eine zentrale Rolle übernehmen dabei sogenannte Projektlotsen. Sie fungieren als Schnittstelle zwischen dem jeweiligen Unternehmen und dem KVD, bündeln Praxisfeedback und begleiten bspw. Interviews, Workshops, Tests oder Pilotierungen.
Die Beteiligung ist bewusst phasenbezogen angelegt und soll keine zusätzliche dauerhafte Projektstruktur im Unternehmen schaffen. Gleichzeitig erhalten beteiligte Unternehmen frühzeitig Zugang zu entwickelten Lernformaten, Instrumenten und Erkenntnissen und können deren Ausgestaltung mit beeinflussen.
Erkenntnisse sollen über das Projekt hinaus nutzbar werden
BOOST endet deshalb nicht mit der Entwicklung einzelner Weiterbildungsangebote. Bis zum Projektende im August 2028 sollen erprobte Qualifizierungsmodule, Mentoring Ansätze, Instrumente zur Kompetenzentwicklung sowie konkrete Handlungshilfen entstehen.
Die Erfahrungen aus den beteiligten Unternehmen werden ausgewertet und so aufbereitet, dass sie auch anderen Serviceorganisationen Orientierung geben können.
Für den KVD ist dieser Transfer ein wesentlicher Bestandteil des Projekts: Was im BOOST funktioniert, soll anschließend für eine größere Zahl von Unternehmen im technischen Service nutzbar werden.
Mitwirken bei BOOST
BOOST startet jetzt in die Umsetzung – und die Praxis soll von Beginn an Teil davon sein.
Unternehmen aus dem technischen Service, die sich mit ihren Erfahrungen einbringen, Qualifizierungsbedarfe spiegeln oder einzelne Ansätze im betrieblichen Umfeld erproben möchten, können sich beim KVD melden. Auch der fachliche Austausch mit weiteren Akteuren aus Weiterbildung, Personalentwicklung und Servicepraxis ausdrücklich willkommen. Interessierte können sich direkt an die KVD-Geschäftsstelle per Mail oder telefonisch unter 02362 . 9873-0 wenden.
Förderhinweis:
Das Projekt „BOOST“ wird im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.