Beim Ladies Lunch im Juni stand ein Thema im Mittelpunkt, das aktuell viele Service-Organisationen beschäftigt: Künstliche Intelligenz im Service.
Schnell wurde deutlich, dass die eigentliche Herausforderung oft nicht die Auswahl eines KI-Tools ist. Vielmehr stellt sich die Frage, welche Aufgaben KI überhaupt übernehmen soll, welche Prozesse dahinterstehen und welche Datenqualität für einen sinnvollen Einsatz notwendig ist.
Die Teilnehmerinnen diskutieren intensiv darüber, wie KI heute bereits im Service eingesetzt wird. Beispiele reichen von intelligenten Chatbots und automatisierter Ticketbearbeitung über Wissensmanagement-Lösungen bis hin zu KI-gestützten Schulungs- und Onboarding-Konzepten für Service-Mitarbeitende.
Besonders deutlich wurde dabei ein Aspekt: Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit KI, kämpfen jedoch weiterhin mit gewachsenen Systemlandschaften, fehlenden Schnittstellen und unzureichend dokumentierten Wissen. Die Einführung neuer Technologien macht diese Herausforderungen sichtbar, löst sie aber nicht automatisch.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war das Thema Change Management. Neue Technologien verändern nicht nur Prozesse, sondern auch Rollen, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass erfolgreiche KI-Projekte nicht allein von der Technologie abhängen. Entscheidend ist, Mitarbeitende frühzeitig einzubinden, Wissen aufzubauen und die Organisation auf die Veränderungen vorzubereiten.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass KI bereits heute wertvolle Unterstützung leisten kann. Sie hilft dabei, Informationen schneller verfügbar zu machen, Routineaufgaben zu automatisieren und Fachkräfte zu entlasten. Den persönlichen Austausch mit Kundinnen und Kunden kann sie jedoch nicht ersetzen.
Auch die Grenzen der Technologie wurden offen diskutiert, Fragen zu Datenqualität, Datenschutz, Halluzinationen von KI-Systemen und dem verantwortungsvollen Umgang mit Unternehmenswissen spielten eine wichtige Rolle.
Zum Abschluss entwickelte sich bereits das Thema für den nächsten Ladies Lunch. Die Teilnehmerinnen diskutierten intensiv darüber, welche Rolle Neurodiversität im Service spielt und ob Eigenschaften wie hohe Anpassungsfähigkeit, schnelle Problemlösung oder die Freude an abwechslungsreichen Aufgaben im Service besonders häufig anzutreffen sind.
Das Interesse an dem Thema war so groß, dass es direkt zum Schwerpunkt des nächsten Ladies Lunch am 13.07.2027 wurde. Für einen kurzen Impuls konnte Dr. Simone Dogue von der DB Systel GmbH gewonnen werden. Gemeinsam wollen die Teilnehmerinnen der Frage nachgehen, welche Chancen neurodiverse Teams für Service-Organisationen bieten und wie Unternehmen unterschiedliche Stärken gezielt fördern können.
Mitmachen bei den PowerWomen@KVD
Die PowerWomen@KVD richten sich an Frauen im technischen Service, die sich vernetzen, austauschen und gegenseitig stärken möchten. Die Initiative lebt von unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Rollenbildern. Interessierte KVD-Mitglieder sind eingeladen, Teil der Community zu werden und sich in Formaten wie dem Ladies Lunch einzubringen.