Nachhaltigkeitsreporting klingt für viele Unternehmen zunächst nach zusätzlichem Aufwand, komplexen Anforderungen und einer großen Menge an Daten. Dass der Einstieg deutlich pragmatischer gelingen kann, zeigte das KVD Online-Expertenforum zum Thema Nachhaltigkeitsreporting am 03. September 2026.
Referent war KVD Ehrenbeirat Detlef Birkhof, der auch die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts des KVD begleitet. Im Expertenforum gab er einen praxisnahen Einblick in die Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung und zeigte, welche Möglichkeiten insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen heute haben.
VSME: freiwilliger Standard für kleinere und mittlere Unternehmen
Ein Schwerpunkt des Expertenforums lag auf dem Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs (VSME). Der freiwillige Standard soll kleinen und mittleren Unternehmen einen strukturierten und im Vergleich zu umfassenden Berichtspflichten weniger aufwendigen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglichen.
Dabei geht es nicht allein darum, regulatorische Anforderungen im Blick zu behalten. Auch Kunden, Geschäftspartnern, Investoren und Finanzinstitute fragen zunehmen nach belastbaren Informationen zur Nachhaltigkeit eines Unternehmens.
Detlef Birkhof machte deutlich: Ein Nachhaltigkeitsbericht schafft Transparenz und kann auch wirtschaftlich relevant werden. Bspw. können Nachhaltigkeitsinformationen bei Finanzierungsentscheidungen von Banken eine Rolle spielen.
Mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex strukturiert zum Bericht
Wie die praktische Umsetzung aussehen kann, zeigte Detlef anhand der Plattform des Deutschen Nachhaltigkeitskodes (DNK). Sie unterstützt das Unternehmen dabei, relevante Nachhaltigkeitsaspekte systematisch zu erfassen und daraus einen Berich zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Wesentlichkeitsanalyse. Unternehmen setzen sich dabei damit auseinander, welche Nachhaltigkeitsthemen für das eigene Unternehmen tatsächlich relevant sind und wo die eigene Geschäftstätigkeit Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft hat.
Der entscheidende Punkt für den Einstieg: Nicht jede Antwort erfordert bereits umfangreiche Datensysteme oder komplexe Berechnungen. An verschiedenen Stellen können zunächst klare Ja-/Nein-Angaben, kurze Erläuterungen oder vorhandene Kennzahlen ausreichen.
Lieber realistische Ziele als große Versprechen
Am Beispiel des KVD Nachhaltigkeitsberichts wurde deutlich, dass gerade beim ersten Bericht nicht jedes Thema bereits vollständig messbar sein muss. Wichtiger ist es, einen belastbaren Ausgangspunkt zu schaffen und die Berichterstattung anschließend weiterzuentwickeln.
Für den KVD gehören dazu bspw. die Energieeffizienz der Geschäftsstelle und die Frage, wie Veranstaltungen wie der Service Congress nachhaltiger gestaltet werden können.
Eine wesentliche Empfehlung aus dem Expertenforum: Unternehmen sollten intern eine Person benennen, die Informationen zusammenträgt, Ansprechpartner für das Thema ist und die notwendige Akzeptanz im Management unterstützt. Gerade für einen ersten Bericht kann zusätzlich externe Begleitung hilfreich sein.
Nachhaltigkeitsreporting wird damit weniger zu einer einmaligen Pflichtübung als zu einem Prozess, mit dem Unternehmen ihre eigenen Aktivitäten systematischer betrachten, Ziele definieren und Entwicklungen sichtbar machen können.
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